Der Robur, wie er zuletzt aussah. Er hat ja viele Lackschichten bekommen. Der Kühlergrill stammt von einem Barkas – nachdem ich einmal drübergerollt bin, war der originale Schrott.

Die erste große Fahrt. Lärmend ging es runde 3000 km durch Polen. Wir kamen sogar wieder zurück!

Die Insel Hvar in Kroatien. Manchmal sind kleinere Autos auch von Vorteil ...

Pause im Schatten des Robur: Hier saßen wir drei Tage lang -bis der Rotwein alle war ...

Gut bestücktes Instrumentenbrett. Das macht die besorgten (und unbegründeten) Blicke einfacher.

Die »Tupperdose« von hinten. Es ist doch ein schönes Auto, oder?

Wenn sich das hier unter der Haube findet, hat man Glück: Der Belarus-Motor ist unzerstörbar und sparsam im Verbrauch.

Der Arbeitsplatz: Bequem mit Schwingsitz – und laut – Dank direkter Nachbarschaft zum Motor.

Der »Ello«

Diese Seite zu überarbeiten, stimmt mich ein wenig traurig, denn der gute alte Robur ist nicht mehr ... in meiner Hand. Er ist in den Osten zurückgekehrt, was wieder einmal zeigt, dass die Leute sich nun doch der feinen Fahrzeuge erinnern, die einst deren Alltag mobilisierten. Wie auch immer, ich habe den Robur ungefähr zehn Jahre lang bewegt und dabei runde 50.000 km zurückgelegt. Und das hat Spaß gemacht. Dabei haben wir viel erlebt – und dass könnt Ihr hier nachlesen:

Zehn Jahre Robur LO3000

Mein Robur LO3000 war eigentlich gar kein LO3000, denn er hatte einen Dieselmotor vom Belarus. LO steht bei Robur für »luftgekühlt« und »Ottomotor«, der Diesel heißt demnach LD3000. Nun, in meinem werkelte ein russischer Traktormotor der Marke MTS 80. Nach meinen Kenntnissen gab es in den Achtzigern in der DDR eine Art »Benzinkrise«, die zur Umrüstung dringend benötigter Fahrzeuge auf Diesel- oder sogar auf Holzgasmotoren zwang. Da mein Robur für eine LPG fuhr, nahm man kurzerhand einen vorhandenen Traktormotor und verpflanzte das gewaltige Aggregat in den alten Bus. Zu meinem Vorteil: dieser Motor ist unverwüstlich und bei seinen 4,7 Litern und 80 PS durchaus sparsam. Es gab eine ganze Reihe Roburs, die auf diese Weise umgerüstet wurden. Wer sich einen zulegen möchte, sollte unbedingt nach dem Belarus-Diesel Ausschau halten, denn der Robur-Diesel ist nicht wirklich besser als der Benzinmotor (Es gibt aber auch die späten Robur mit Deutz-Motor. Die sind gut.)

Der Robur kam durch eine Kleinanzeige zu mir und sollte gerade einmal 75,- Euro (damals noch DM 150,-) kosten, da sein Besitzer – technisch nicht gerade versiert – die Hoffnung, diesen Bus einmal als reisetaugliches Wohnmobil nutzen zu können, aufgegeben hatte. Eigentlich sollte der Wagen auf den Schrott. Aber der Tank war noch voll und TÜV hatte er auch noch (nur die AU war abgelaufen – damals hatten die Wohnmobile noch generell zwei Jahre TÜV) ... Tatsächlich fuhr das Monstrum sogar! Da die Kupplungsfeder gebrochen war und dem vierten Gang ein Zahn fehlte, war es beinahe unmöglich, zu schalten. Die erste Fahrt mit roten Nummern quer durch unsere Stadt überstand ich schweißgebadet mit zittrigen Knien. Noch nie hatte ich ein so unbeherrschbares Fahrzeug gefahren. Es war klar, dass etwas dagegen getan werden musste!
Ein neues Getrieb bekam ich durch Zufall in Berlin (was in den Vor-ebay-Zeiten recht schwierig aufzutreiben war). Die Firma Robur existiert noch heute als »Robur Fahrzeug-Engeneering« (klingt ja auch viel internationaler) und lieferte die Kupplung.

Nach ein paar Übungskilometern und mit dem neuen Getriebe ging alles schon viel besser. Die notwendige AU bestand der Diesel mit Bravour. Selbst der TÜV, der dann auch irgendwann einmal fällig wurde, hatte rein garnichts auszusetzen, abgesehen von fehlenden Rückstrahlern. Der Kommentar des Prüfers: »Irgendetwas muß ich ja bemängeln ...« Unter diesen goldenen Voraussetzungen begann ich mit der technischen Überholung. Schön sollte er nicht werden, aber technisch zuverlässig. Nach tagelangem Schleifarbeiten wurde er endlich lackiert. Leider kam unter den dicken Buntlack-Schichten ein einziges Grauen ans Tageslicht, denn ein Vorbesitzer hatte den Wagen grobflächig mit der Flex »abgeschliffen«. Dann musste die gesamte Elektrik, an der sich Generationen von Pfuschern verdingt hatten, erneuert werden.

Was ich damals nicht bedacht hatte, war dass die Isolierung im Inneraum, ebenfalls von einem der Vorbesitzer vorgenommen, keine Dampfsperre besaß. Es bildete sich Kondenswasser unter dem Dach, der Wagen rostete von Innen heraus durch. Ich möchte daher jedem ans Herz legen, die Isolierung eines Wohnmobils wirklich fachgerecht vorzunehmen. Der Rost wütet ansonsten jahrelang ungesehen zwischen Innen- und Außenwand.

Egal, irgendwann war das Mobil reisefertig.

Die allererste Fahrt ging nach Polen, mit Band und schwerem Gepäck und verlief abgesehen von einer verbrannten Hinterradbremse (durch versehentlich während der Fahrt angezogen gebliebener Handbremse) ohne weitere technische Probleme. Der Fahrkomfort hielt sich allerdings in Grenzen: Der Robur war extrem laut und extrem langsam. Dafür bügelte er aber alle Steigungen und Gefälle glatt, als ob es sie gar nicht gäbe (dank des Belarus-Motors).

Nach dieser Probefahrt wurde er komfortabel mit Küche, Heizung, Kühlschrank, Schlafsofa und Wohnzimmertisch eingerichtet. Der Robur LO3000 Omnibus bietet den unbeschreiblichen Vorteil von durchgehend 12 m² Wohnfläche bei einer Stehhöhe von 1,85 m. Und wenn man einmal erst angekommen ist, darf man wunderschöne Ferien in einem perfekten, großen Heim genießen... Dazu kommen die praktischen Seitenstaufächer, in denen man die Gas- und Wasseranlage verstecken kann.
Da der Robur in der Regel preiswert in der Anschaffung ist (noch!), ist er eine interessante Alternative z.B. zum beliebten DB 509, der in Sachen Lärm und Verbrauch auch nicht besser dasteht. Ersatzteile gibt es derzeit noch problemlos bei Robur. Fahren lässt er sich vorzüglich, die Bremsen sind ein wenig aggressiv, aber wirksam, und das Fahrwerk ist bei regelmäßiger Kontrolle nahezu unverwüstlich. Im Falle eines Unfalls trägt der Robur meist nur einen leichten Blechschaden davon, während der Gegner sich eine neues Auto kaufen darf – bleibt zu hoffen, dass es nie dazu kommen mag.

Die zweite Reise führte im Frühjahr 2000 nach Kroatien. Da dies hier Schrauberseiten sind, werde ich mich nicht in blumigen Landschaftsbeschreibungen und Reisetips ergehen, sondern versuchen, zu beschreiben, was alles kaputt ging. Leider war da nicht viel, daher bleibt der Bericht kurz ... In winterlicher Kälte sind mein Kumpane Michael »Bibo« Altfeld und ich losgerauscht, um am ersten Tag die rund 800 Kilometer bis zur bayrischen Grenze abzuspulen. Die ersten paar hundert Kilometer verbrauchte der Wagen beängstigend viel Öl. Doch dieses Problem verschwand urplötzlich von selbst. Ein komisches Phänomen, welches ich bei langen Fahrten regelmäßig beobachten kann: Bis zum ersten Tankstopp nach 600 Kilometern säuft der Motor gut und gerne 1,5 Liter Öl, um dann für den Rest der Reise »nie wieder« Öl zu verbrauchen. Da das Wasserthermometer maximal 60 Grad anzeigt, kann es eigentlich nur daran liegen, dass der Motor nicht warm wird (was sich später relativierte, denn laut einem später montierten, original Belarus-Thermometer wurde er sogar ziemlich heiß ...). Angstvoll sitzt man hinter dem Lenkrad und überlegt, warum, während der Motor einem das Hirn wegdröhnt.
Egal! Bis zur Mittelmeerküste blieben unsere Blaumänner im Werkzeugfach. Aber dann zeigte sich, dass der Robur lange Strecken auf schlechten Straßen nur bei regelmäßiger Durchsicht aller angeschraubten Teile verkraftet. Zunächst löste sich die Auspuffanlage, dann die Batteriekabel und zuletzt brach die vordere linke Karosseriestütze.

Michael und ich entwickelten schnell ein Gehör für diese Problemchen, die uns dauernd heimsuchten. Wurde der Motor ein wenig lauter, hielten wir ohne ein Wort der Verständigung an, sprangen in unsere Blaumänner und verschwanden unter dem Auto. Das Befestigen des Auspuffs dauerte ca. fünf Minuten, das Nachziehen der Batteriekabelklemmen an Batterieschalter und Anlasser nicht wesentlich länger. Auf der Insel Hvar erhielten wir für unser Teamwork sogar Publikumsablaus: Der silberne Bus sorgte in den kleinen Fischerdörfern stets für kleine Ansammlungen Jugendlicher mit frisierten Mofas, die uns ungläubig beäugten. Als dann der Anlasser aufgrund wieder einmal lockergerüttelter Kalbel keinen Mucks von sich gab, beiendruckten wir durch einen perfekt einstudierten Raparaturvorgang. Der eine kramte den Werkzeugkasten aus dem Staufach, wärend der andere bereits im vorderen Radkasten kauerte und die Hand nach dem Neunzehner ausstreckte. Kaum waren die Schrauben nachgezogen, saßen wir bereits wieder im Führerhaus und starteten den Diesel unter lautem Toben der einheimischen Meute. So macht das Spaß! Das Ende einer anstrengenden Fahrt durch winzige und enge Bergdörfer: Große Fahrzeuge haben nicht nur Vorteile. Dieser Tunnel zur anderen Seite der Insel Hvar hat eine Höhe von 2,2 m. Der Robur 2,9 m ...

Die dritte große Reise hatte wieder Polen zum Ziel. Durch Kroatien bereits arg gebeutelt, löste sich auf dieser Tour eigentliches alles, was nicht bereits locker war: Der Anlasser zerfiel nach den ersten 700 Kilometern zu einem unbrauchbaren Puzzle, das Kardanwellenzwischenlager trennte sich fast vom Fahrzeugrahmen und zerquetschte die Hauptstromleitung zum Wohnteil und ruinierte in Folge den Lichtmaschinenregler. Auspuff und Karosseriehalterungen möchte ich gar nicht erst erwähnen ...
Natürlich gab es in Polen auch eine Belarusvertretung, deren Adresse uns die freundlichen Leute von den Ursus-Traktorenwerken besorgten. In den leeren Lagerregalen der Minsker Motorenwerke fand sich auch tatsächlich ein nagelneuer Anlasser, der für 250,- DM den Besitzer wechselte – und nicht passte! Naja, aus zweien mach einen und der Motor ließ sich wieder starten. Leider klemmt der Anlasser ... Einen neuen Limaregler hatte ich natürlich im Gepäck ...

Die vierte große Fahrt führte uns viele Tausend Kilometer durch Frankreich – immer auf der Suche nach besseren Weinen. Der Ello kurvte dabei wacker die Rhone entlang oder schnaufte das Massiv Central hoch. Nur der Dieseltank war dann irgendwann so durchgerostet, dass wir eine Zwangspause mit Lötlampe und Silberlot einlegen mussten.
Wieder in Deutschland zerbröselte der Anlasser durch die rhythmisierenden Betonplatten auf der Autobahn. Der war dann endgültig hinüber.
Ich habe den Anlasser dann irgendwann einmal gegen einen Getriebanlasser getauscht, denn man bei ebay überall für wenig Geld kaufen kann – eine gute Investition!

Die fünfte Tour war die längste – und schraubertechnisch gesehen wohl die langweiligste: 6.000 Kilometer über Südfrankreich bis nach Rom und zurück. Keine Pannen. Keine Geschichte ... Doch! Eine Hohlschraube an der Leckleitung der Einspritzpumpe ging kaputt, weil ich sie aus Langeweile zu stark angezogen hatte.

Das Schöne am Robur-Fahren ist die viele Zeit, die man hat, um nachzudenken. Man benötigt lange, um anzukommen; man kann sich wegen des Lärms nicht unterhalten und man ist der Langsamste im Verkehr, sodass man auch nicht sehr konzentriert fahren muss. Das macht Spaß und ist irgendwie doch sehr entspannend. Man kommt halt auf viele Ideen. Es wäre ratsam, die hinteren Blattfedern ein wenig abzuspecken. Vielleicht federt die für eine volle Belastung von zwanzig Fahrgästen konzipierte Federung dann endlich. Oder ein Dachgepäckträger. Der, den ich zwischen Nizza und Genova in Gedanken konstruiert habe, der war gar nicht so schlecht. Es gibt noch viel zu tun!

Die letzte große fahrt Führte im schlimmsten Regensommer nach Polen, die Slowakei und zurück über Prag und Wien. Zuvor wurde das ganze Dach sandgestrahlt und mit flexiblem Spachtel geflickt (normaler Spachtel platzt wieder ab, da sich die Karosserie ziemlich verwindet und bei Hitze stark ausdehnt). Wieder keine Vorkommnisse. Langweilig ... Hmmmm, ein neus Auto. Nein, das darf man nicht denken! Nicht bei einem so treuen Freund.

Als er dann mit den glücklichen Käufern vondann fuhr, rollte mir doch eine ölige Träne über die Wangen ...

 

Technische Daten

Fahrwerk: Rahmenfahrwerk mit geschweißtem Leiterrahmen
Aufbau: geschlossener Aufbau
Federung: vorne und hinten Starrachsen mit Längsblattfedern
Bremsanlage: Zweikreis-Hydraulikbremse mit Unterdruckunterstützung auf beide Achsen
Räder: Schrägschulterfelgen mit 6.50-20 Diagonalreifen, hinten Zwillingsreifen
Elektrische Anlage: 12 Volt, 500 Watt, 2x 165 Ah Batterien
Getriebe: 5 Gang Wechselgetriebe, teilsynchronisiert
Leergewicht: 3200 kg
Zul. Gesamtgewicht: 5200 kg
Länge über alles: 7,4 m

 

Motor

Typ: Belarus D240, Viertakt Diesel mit Direkteinspritzung und Wasserkühlung
Hubraum: 4750 ccm
Leistung: 80 PS bei 2200 U/min
Leerlaufdrehzahl: 400 U/min
Abriegeldrehzahl: 2400 U/min
Einspritzpumpe: Reiheneinspritzpumpe
Verbrauch: 13 l/100km (Autobahn, konstant 70 km/h) bis 20 l/100km (Stadt)

 

Schraubererfahrungen

Zunächst zum Motor: Das Dieselaggregat machte von Anfang an den vertrauenswürdigen Eindruck eines grundsoliden Traktormotors. Tatsächlich lief er auch problemlos und sprang immer zuverlässig an. Erst nach gut 10.000 km mit meinem Robur machte sich ein seltsames Rasseln bemerkbar, das sich schließlich zu einem regelmäßigen Rucken im Leerlauf steigerte. Ich vermutete zunächst einen ausgeschlagenen Antrieb der Einspritzpumpe, da sich diese mit der halben Kurbelwellendrehzahl dreht und somit synchron zu den seltsamen Gleichlaufschwankungen war. Ich kontaktete erst einmal die Firma Belimpex und erkundigte mich nach einer eventuellen Austauschpumpe. Erfreulicherweise sind alle Teile für den russischen Motor zu moderaten Preisen lieferbar, eine Pumpe hätte mich knapp 250,- Euro im Tausch (1999) gekostet, das soll mal ein Mercedesfahrer behaupten können!
Doch nach weiteren Kilometern mit dem Robur löste sich das Problem mit einem lauten Krachen ganz von alleine. Der Motor schnurrte nun wieder wie ein Kätzchen, nur die Bremse griff nicht mehr so rabiat zu, wie zuvor – der Kompressor war ausgefallen. Nachdem ich den Motor und seine Nebenaggregate dann endlich demontiert hatte, zeigte sich ein kleines Ritzel zwischen Einspritzpumpenantrieb und Kompressor als nunmehr völlig zahnlos ... Das ist wieder einmal typisch für die Russen, die eigentlich stabile und leistungsfähige Motoren bauen, sich aber durch schlechte Materialien den Ruf versauen. Die Zahnräder der Pumpe und im Kompressor waren nicht einmal verkratzt, wo sie doch das Zwischenrad völlig glattgehämmert hatten. Vielleicht gibt es Sollbruchzahnräder in meinem Motor?
Ansonsten konnte ich nur kleinere Ölleckagen finden und beseitigen – Kleinigkeiten.Ein dumpfes Klopfen aus dem Motor leitete schließlich eine der peinlichsten Schrauberaktionen der Welt ein: Meine Prognose lautete: Defekt an den Einspritzdüsen! Nachdem ich alle vier Düsen demontiert und Überprüft hatte, schied diese Möglichkeit aus. Also eine falsch eingestellte Einspritzpumpe! Nachdem ich viermal den Kühler demontiert, die Pumpe verstellt und alles wieder zusammengebaut hatte, schied auch diese Möglichkeit aus. Eine defekte Einspritzpumpe! Pumpe zerlegt, wieder zusammengebaut ... Dumpfes Klopfen? Die Kurbelwelle ... Nein, die war es auch nicht. Auch die Nockenwell war in Ordnung. Die Zylinderkopfdichtung war auch in Ordnung, ebenso die Ventile ... Nach ein paar Tagen hatte ich den gesamten Belarus-Motor zerlegt. Nun, immerhin hat die Maschine jetzt rundum neue Dichtungen ...

Just in dem Moment, indem ich aufgeben und mich mit dem Qualmen und Klopfen abfinden wollte (kurz vor dem Urlaub), zündete ich mir eine Zigarette an, stellte mich vor den laufenden Wagen und... bemerkte, dass das Klopfen aus dem LUFTFILTER kam!!! Die Ölfüllung war zwar erst vier Monate alt, hatte sich aber durch den polnischen Straßenstaub in einen harten Brei verwandelt, der laut knallende Blasen produzierte. Der Luftdurchlaß war gleich null!!!
Inzwischen kenne ich das Geräusch – es taucht auch nach langen Regenfahrten auf, wenn das Öl sich mit Wasser vermengt und somit sein Volumen vergrößert.

Ja, ja ...

Das Fahrwerk ließ mich bislang in Ruhe, höchstens die Bremsen bekamen neue Federn und Schläuche und müssen regelmäßig überprüft werden. Wenn das Fahrzeug nicht ständig bewegt wird, neigen sie zum Blockieren durch Rost, aufquellende Bremsschläuche etc. Es ist schwer, neue Bremsbeläge aufzutreiben, da Belimpex nur komplette Fahrbremsen verkauft (die sind zwar verhältnismäßig billig – aber eben nicht so billig wie bei einem Mofa). Ein Tipp: Wer sich auskennt, lässt entweder neue Beläge aufkleben oder besorgt sich bei ebay neue Beläge zum Vernieten. Wer das nicht kann, lässt die Finger davon! Allerdings halten die Bremsen sehr lange!

Selbst das Auswechseln eines defekten Getriebes (meines war wie gesagt kaputt, als ich den Robur kaufte) ist sagenhaft einfach. Bei dem alten Getriebe hatte ebenfalls ein Zahnrad den Vorruhestand angetreten. Vermutlich ist der Belarus Motor gegenüber dem Originalmotor viel zu kräftig, so dass das kleine Getriebe überfordert war. Ich denke, eine moderate Fahrweise schont Kupplung und Getriebe. Ich habe echte 40.000 Kilometer mit einer Kupplung abgespult und die Beläge waren hinterher noch immer brauchbar. Man darf die Kupplung nie schleifen lassen, dann hält sie mit dem Belo-Motor zusammen ewig. Wenn man ihn aber wie den Benziner fährt, dann ruiniert das Drehmoment des Russen-Diesels die Beläge ruckzuck.

Die Elektrik hingegen sorgte für manch eine schlaflose Nacht. Da viele Kabel verbrannt und mit Isolierband, Lüsterklemmen und Ersatzstrippen notdürftig geflickt waren, musste zunächst einmal alles rausgerissen und Stück für Stück neu verlegt werden. Aber dies ist das typische Schicksal eines verbastelten Mobils, das durch zu viele Hände ging.

Fazit: Wer schrauben kann, bekommt mit dem Robur viel Spaß für wenig Geld – und einen wirklich zuverlässigen Gefährten. Nur auch Gevatter Rost ist ständig mit dabei (betrifft aber nur die Karosserie).